Projektarbeit

Unsere wichtige Projektarbeit zusammengefasst.

Neuzugewanderte stärken

„Neuzugewanderte stärken“ – so lautet der Titel des Projektes, welches im Zeitraum vom August 2016 bis zum Juli 2019 in der KULTSchule im Berliner Bezirk Lichtenberg durchgeführt wurde. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert.

„Die zielgerichtete Arbeit vor Ort zeichnet das Projekt aus. Wir konnten Hilfesuchenden konkrete Lösungen anbieten, Ehrenamtliche gewinnen, Multiplikatoren stärken und schulen, sowie Strukturen schaffen, in denen sich die Neuzugewanderten eingebracht haben“, so fasst der Projektleiter Alexander Korneev das auslaufende Projekt zusammen.

Die Ziele des Projektes waren:

Aufbau einer ständigen, niederschwelligen Anlaufstelle

In der Anlaufstelle, welche in Kooperation mit dem in Berlin-Lichtenberg ansässigen Verein Lyra e.V. durchgeführt wurde, bekamen die Neuzugewanderten einen Überblick über die Regel- und Projektangebote im Bezirk. Sehr gut angenommen wurde die niederschwellige. Dort wurden Anliegen der Neuzugewanderten erfasst und Hilfestellungen angeboten. In vielen Bereichen wie Wohnen oder Soziales unterschieden sich die Themen der Migranten kaum von anderen Gruppen. Insbesondere von den Deutschen aus Russland werden immer wieder zwei Punkte angesprochen: die Altersarmut infolge des Fremdrentengesetzes und der Wunsch nach gezielter Unterstützung, um Russlanddeutschen bei der aktiven Teilhabe am politischen Leben zu stärken.

Gesellschaftliche und soziale Teilhabe der Neuzugewanderten

Durch die erfolgreichen Projektmaßnahmen, wie dem mittlerweile über die Berliner Grenzen hinaus bekannten Familienfestival „wir gemeinsam!“, konnten die Neuzugewanderten am gesellschaftlichen Leben aktiv teilhaben und dieses auch positiv und gemeinschaftlich gestalten. Das Einbeziehen der Neuzugewanderten in die Projekte und Angebote vor Ort in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und Einrichtungen ermöglichte es, das Zusammenleben miteinander zu gestalten und Vorurteile durch gemeinsame Aktivitäten abzubauen. Insbesondere kulturelle Veranstaltungen haben sich als Brückenbauer erwiesen, welche die Menschen zur kulturellen Vielfalt sensibilisiert haben. Im Rahmen des Projektes „Neuzugewanderte stärken“ konnten die Migranten so persönliche Beziehungen aufbauen, die auch über die Projektlaufdauer hinaus eine Fortführung der Aktivitäten ermöglichen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Durch die monatlichen Informationsveranstaltungen konnten interessierte Bürger und Neuzugewanderte das Projekt „Neuzugewanderte stärken“ kennenlernen und sich einbringen. Zu den Veranstaltungen wurden auch Referenten und Projektpartner einbezogen, welche sich über ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus der Integrationsarbeit mit den Teilnehmenden ausgetauscht haben. Die kontinuierliche Arbeit der Projektleitung und des Kooperationspartners Lyra e.V. und die speziellen Angebote wurden sehr gut angenommen.

Ein wichtiger Baustein des Projektes waren die Multiplikatorenschulungen mit fachkundigen Referenten zu unterschiedlichen Themen. Hier wurde der Grundstein gelegt, dass Neuzugewanderte in Zukunft als „Lotsen“ selbstständig Orientierungshilfe leisten können und als „Verstärker von innen“ zusätzlich zur Nutzung der Integrationsangebote motivieren. Diese sehr gut angenommenen und effektiven Angebote auf einer nachhaltigen Schiene weiterzuentwickeln, wird in Zukunft eine wichtige Aufgabe für die Ehrenamtlichen sein.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich innerhalb des Projektes war die Betreuung und Unterstützung junger Initiativen von Neuzugewanderten vor Ort. Der Projektleiter Alexander Korneev fasst die Aufgabe wie folgt zusammen: „Viele Migranten wollen sich gesellschaftlich einbringen. Es gab viele Herausforderungen, wenn es darum ging, die Anliegen der Neuzugewanderten bei den Entscheidungsträgern vor Ort einzubringen. Viele Fragen tauchten da in den unterschiedlichen Bereichen des Projektes auf – von den Sprechstunden bis zu den Multiplikatorenschulungen. Welche Stellen sind zuständig? Wie kann ich Projekte beantragen und realisieren? Wie gewinne ich Ehrenamtliche und wie bewerbe ich meine Maßnahmen? Wie kann man selbst bei Entscheidungen mitwirken? Gemeinsam mit den Zugewanderten konnten wir die Fragen nacheinander bearbeiten und die Unklarheiten entwirren und die Initiativen fördern und sie bei den ersten Schritten begleiten. Ich bin froh, dass es innerhalb des Projektes so viele Ehrenamtliche Helfer gab, welche viel Freizeit und Herzblut in die Integrationsarbeit vor Ort investiert haben.“

Über die geschaffenen „Lotsenstrukturen“ – bestehend aus Ehrenamtlichen, Multiplikatoren und Sprachmittler – konnte das Projekt „Neugewanderte stärken“ eine nachhaltige Breitenwirkung erzeugen. Die durch die erfolgreiche Projektarbeit entstandene Vernetzung der Vereine und Initiativen von Menschen mit Migrationshintergrund vor Ort bietet zahlreiche Möglichkeiten, um die Herausforderungen in der Integrationsarbeit unter Einbeziehung der Zugewanderten zu meistern. Besonders wichtig bei dieser Herausforderung hat sich der Faktor „Bildung“ ergeben: je besser die Zugewanderten ihre neue Lebenswelt kennen, umso eher ergreifen sie die Initiative, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Daher waren Vernetzungstreffen, Schulungen und Informationsveranstaltungen wichtige Bestandteile der zielgerichteten Maßnahmen.

Zum Abschluss des Projektes „Neugewanderte stärken“ und als Dank seitens der Projektleitung wurden die aktiven Zugewanderten, die Projekt- und Kooperationspartnern, sowie die Ehrenamtlichen und Multiplikatoren zu einem bunten Sommerfest in der KULTSchule eingeladen.


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