Offene Jugendarbeit

Jugendarbeit. Was ist dazu noch zu sagen.

Am 08. Juni 2016 fand das 3. Jugend- und Bildungsforum der Jugend-LmDR gemeinsam mit dem 10. Deutsch-Russischen Wirtschaftstag in Berlin statt

Der Deutsch-Russische Wirtschaftstag ist zu einem bedeutenden Berliner Wirtschaftsforum für deutsche und russische Unternehmen geworden. Bei der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion des Deutsch-Russischen Wirtschaftstages wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Gespräche auch in schwierigen Zeiten fortzuführen und die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder weiter zu entwickeln. 

Hierzu sagte Andreas Jopt, Projektmanager der MARWIKO AG: „Ich glaube, die Wirtschaft ist sehr bemüht, die Kontakte in diesen schwierigen Zeiten mindestens mal nicht abzureißen oder abzuweisen, sondern im Gegenteil: diese in irgendeiner Form fortzusetzen." Auch Prof. Dr. Andrej Zverev, Repräsentant des russischen Verbandes der Industriellen und Unternehmer in Deutschland, stellte die schwierigen Wirtschaftsbeziehungen beider Länder dar: Unsere wirtschaftliche deutsch-russische Beziehungen kann man als eine Art Degradation bezeichnen. Ab dem Jahr 2013 reduziert sich der Warenumsatz zwischen unseren Ländern um 25-30 % jährlich.“ Am folgenden Tag hatten russischen Gäste der Wirtschaftstags ein Gespräch im Bundestag mit Heinrich Zertik, MdB, Mitglied im Innenausschuss, und Bernhard Kaster, MdB und Vorsitzender der Deutsch-Russischen Parlamentariergruppe. Anschließend fand ein Rundgang durch das Reichstagsgebäude in Begleitung von Heinrich Zertik statt.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion des Deutsch-Russischen Wirtschaftstages fand das 3. Deutsch-Russische Jugend- und Bildungsforum statt. Das Forum wurde von der Jugendorganisation der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. organisiert. Diese Veranstaltung hatte das Ziel, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Deutschland und Russland eine Plattform zu bieten, um Zukunftsperspektiven und Partizipationsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dazu referierten vier Berliner Experten zu den Themen „Brückenfunktion der Deutschen aus Russland“, Dr. Andreas H. Apelt - Deutsche Gesellschaft e.V.; „Lebenslanges Lernen“, Thomas Zimmermann - Plan B gGmbH, „Ausbildung oder Studium?“, Michael Martens - Berliner Sparkasse und „Wie profitiert ein modernes Unternehmen von zwei- oder mehrsprachigen Mitarbeitern?“, Dr. Victoria Viererbe - Retorika GmbH.

In den Vorträgen wurden somit die aktuellen und themenbezogenen Probleme, aber auch mögliche Lösungsansätze dargestellt und mit den Teilnehmern lebhaft diskutiert. So äußerte sich Dr. Andreas H. Apelt, Deutsche Gesellschaft e.V., zu der angespannten Lage zwischen Deutschland und Russland: „Ich bin der Überzeugung, dass wenn es Schwierigkeiten gibt und die politischen Spitzen nicht miteinander reden, umso mehr ist es wichtiger, dass die Zivilgesellschaft diesen Dialog führt.“. Hier sind besonders die gut ausgebildeten Deutschen aus Russland als „Brückenbauer“ zwischen beiden Ländern ein wichtiger Faktor.

Thomas Zimmermann, Plan B gGmbH, stellte die Herausforderungen des Lebenslangen Lernens dar: „In Deutschland wurde ein europäischer bzw. deutscher Qualifikationsrahmen entworfen, der aus acht Stufen besteht. Die letzten vier Stufen sind: Abitur, Bachelor, Master und Doktoriat. Die Industrie richtet sich nach diesem Qualifikationsrahmen, d.h. dass der Anspruch des Lernens immer höher wird. Noch nie wurde so viel informell gelernt, wie heutzutage.“

Im Anschluss lieferte Michael Martens den Teilnehmern einen interessanten Einblick in die Ausbildungsstrukturen der Berliner Sparkasse. Er erörterte in seinem Vortrag die Problematik der zunehmenden Akademisierung: „Immer mehr Abiturienten wollen ein Studium absolvieren. Derzeit entscheiden sich 51 % aller Abiturienten für die Hochschule. Das Studium ist jetzt wirklich populär geworden, so dass es einfach dazu gehört, nach dem Abitur zu studieren. Es gibt sogar einen Begriff dazu: „Akademisierungswahn“. Es herrscht in der Gesellschaft eine solche Meinung: alle müssen studieren.“ Herr Martens erklärte den Teilnehmern auch die Vorteile einer Ausbildung: „Warum lernt man in Deutschland? Natürlich ist alles darauf gezielt, einen Job nach dem Lernen zu bekommen. Leider finden die Leute nach dem abgeschlossenen Studium nicht sofort einen Job. Die meisten Absolventen sind zwischen 25 und 30 Jahre alt und haben kaum praktische Erfahrungen, die sie sofort im Job anwenden könnten. Die Hochschulabsolventen haben große Schwierigkeiten, ihre Kenntnisse in der Praxis anzuwenden.“

Das 3. Deutsch-Russische Jugend- und Bildungsforum verlief in einer lockeren und entspannten Atmosphäre, die Teilnehmer waren sehr interessiert und bereicherten das Forum durch eigene Beiträge, Fragen und Anregungen. So fasst Walter Gauks, Bundesvorsitzender der Jugendorganisation der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die Veranstaltung zusammen: „In diesem Jahr haben wir zum dritten Mal das Jugend- und Bildungsforum durchgeführt. Als Bundesvorstand der Jugendorganisation der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sind wir sehr zufrieden, dass dieses 3. Jugend- und Bildungsforum in einem gemeinsamen Format mit dem Wirtschaftsforum durchgeführt wurde. So konnten die Jugendlichen zahlreiche Unternehmer kennenlernen, worüber sich die Unternehmer sehr freuten. Schon jetzt planen wir weitere Gespräche für das nächste Jahr.“

Herzlichen Dank äußern wir unseren Partnern sowie den Jugendlichen, die daran teilgenommen haben. In Zukunft werden wir die Vermarktung per Facebook erhöhen. In der Gestaltung sind auch unsere neuen Webseiten für das Festival „Wir-gemeinsam“, sowie für das „Jugend- und Bildungsforum“ und weitere Projekte der Jugendorganisation. Es bleibt also spannend.“

Wir bedanken uns bei allen Gästen und Teilnehmern des Jugendforums und freuen uns, Sie auch im nächsten Jahr bei uns willkommen zu heißen! 

Redaktion der Jugend-LmdR 


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