Mitten in der Gesellschaft

Mitten in der Gesellschaft angekommen.

Die Brüder Vladimir und Ivan Makhlay - Der Jugendverband stellt sich vor

Heute möchten wir unseren Lesern die jüngsten Mitglieder des Jugendverbandes vorstellen: Brüder Vladimir und Ivan Makhlay. Obwohl sie erst seit zwei Jahren in Deutschland leben, erzielten sie hier bereits einige Erfolge im Powerlifting. Voller Energie, streben sie jetzt weitere Leistungen in Deutschland an.

Ob es nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen gewesen sein mag, am 13. August 2013 kamen 13 Mitglieder der Familie Makhlay als Spätaussiedler aus der kasachischen Hauptstadt Qaraghandy nach Deutschland. Vladimir (Vova) Makhlay war damals 20 Jahre alt, Ivan (Vanja) stand kurz vor seinem 16. Geburtstag. Alles, was sie in Kasachstan hatten, ließen die Jungs zurück und waren mit der Unterstützung ihrer großen Familie bereit, einen neuen Lebensabschnitt in Deutschland anzufangen.

Einer bekommt Platz eins, anderer – Rückenverletzung

Es gab in Kasachstan was zurück zu lassen: Dort hatte vor allem der ältere Bruder bereits Erfolg. Vova plazierte sich bei den Meisterschaften auf der Gebietsebene, nahm auch an den republikanischen Wettkämpfen teil. Kurz vor seiner Übersiedlung nach Deutschland erfüllte er die Normen einer Kandidatenklasse der Auszeichnung „Meister des Sports“. Da er kurz nach seiner Ankunft in Deutschland eine Rückenverletzung erlitt, musste er hier sein Training am Anfang ziemlich schondend gestalten. Jetzt, wo die Rehabilitierungsphase beinahe vorbei ist, kann sich Vova voll und ganz auf seinen Auftritt bei der Deutschen Meisterschaft im Herbst dieses Jahres freuen.

Die sportliche Karriere des jüngeren Bruders nahm erst hier in Deutschland ihren Lauf. Erst kürzlich belegte Ivan Platz eins bei der Meisterschaft des Landes Berlin-Brandenburg im Powerlifting. Gegenwärtig bereitet sich der 17-jährige auf einen Wettkampf im Bankdrücken vor, welcher im Juni dieses Jahres in der brandenburgischen Lauchhammer stattfinden wird.

Beide Brüder trainieren im „Athletik Club Heros Berlin e.V.“ Vova und Vanja erzählten uns, wie sie einst diesen Verein für Gewichtheber entdeckt haben: „Als wir gerade nach Deutschland gekommen waren, konnten wir kaum Deutsch. Wir schauten uns erst in russischsprachigen Foren um, um herauszufinden, wo man in Berlin überhaupt Sport treiben kann. Hauptsächlich ging es da um verschiedene Fitnessmöglichkeiten, wonach uns aber so gar nicht war. Uns interessierte ausschließlich der Kraftsport. Wir wollten mal so richtig die Scheibenhantel heben. Außerdem wollten wir in so einem Umfeld trainieren, wo Kampfgeist herrschte. Und so wurde uns in einem der Foren dieser Club „A.C. Heros Berlin e.V“ empfohlen. Wir meldeten uns dort an und wurden sofort angenommen. Von uns wird dort nicht viel verlangt. Hauptsache ist, dass wir diesen Verein bei verschiedenen Wettkämpfen vertreten.“

Was hat die Jungs denn eigentlich zum Kraftsport gebracht? Beide gestehen, dass es zunächst nur der Wunsch war, einen guten Körper zu bekommen. Nach den ersten Trainings in Kasachstan gerieten sie aber in Eifer, so viel Gewicht wie nur möglich zu heben. Letztendlich kam auch das Ziel hinzu – die Besten zu werden.

Sprachkurs muss sein

Die Jungs erzählen, dass bei ihnen in der Familie kaum Deutsch gesprochen wurde. Große Priorität räumte man aber dem Feiern deutscher Festen, vor allem Weihnachten und Ostern, ein. Vova erzählt: „Alle Geschenke bekamen wir gerade zu Weihnachten. Dafür versammelte sich die ganze Familie bei Oma und Opa.“

Deutsch zu lernen, begannen Vova und Vanja erst in der allgemeinbildenden Schule in Kasachstan, wo die Qualität des Unterrichts allerdings zu wünschen übrig ließ. Momentan nehmen beide Brüder an einem Sprachkurs teil. Vova schaffte es schon bis zur Stufe С1 und wartet jetzt auf die Ergebnisse der TestDaF-Prüfung, die er im April abgelegt hat. Vanja fällt das Deutschlernen nicht so leicht. Dafür sind seine Sportleistungen in Deutschland sehr überzeugend.

Was tun die Jungs in ihrer vom Sprachkurs und Training freien Zeit? Vova erzählt: „Ich schlafe sozusagen. Denn vormittags besuche ich meinen Sprachkurs, danach geht es zum Training. Wir trainieren dreimal die Woche je drei Stunden, so dass wir am nächsten Tag noch ziemlich müde vom Training sind und deswegen sofort kleines Schläffchen machen. Danach schauen wir Filme oder spielen Computer. Wenn wir zu Hause bleiben, spielen wir Gitarre oder Klavier. Oder wir gehen mit den Jungs vom Verein spazieren.“

Der Jugendverband wünscht den Brüdern Vladimir und Ivan eine erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft, viel Spaß beim Deutsch lernen und nur goldene Medaillen bei allen bevorstehenden Meisterschaften!


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